Australien verbietet die Veröffentlichung von Silent Hill f.

Jan 17,26

Konamis kommender Titel, Silent Hill f, hat in Australien eine Einstufung als "Refused Classification" (RC) erhalten, was seinen Verkauf im Land vorerst effektiv verbietet. Diese RC-Einstufung wurde jedoch von einem automatisierten Klassifizierungstool und nicht von tatsächlichen Mitgliedern des Australian Classification Board vergeben. Basierend auf vergangenen Fällen ist dies wahrscheinlich nicht das endgültige Urteil.

Konami übernimmt den Vertrieb seiner Spiele in Australien nicht selbst, aber IGN hat sich für eine Stellungnahme an seinen Drittvertriebspartner vor Ort gewandt.

Die genauen Gründe für die RC-Einstufung wurden nicht bekannt gegeben. Seit der Einführung der Kategorie R18+ für Videospiele in Australien im Januar 2013 werden Titel, die eine Klassifizierung verweigert bekommen, typischerweise wegen Darstellungen sexueller Aktivitäten mit minderjährigen Charakteren, visueller Szenen sexueller Gewalt oder Belohnungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum gekennzeichnet. Bereits 2008 wurde Silent Hill: Homecoming vor seiner Veröffentlichung zunächst eine Klassifizierung verweigert, und zwar wegen einer intensiven Folterszene. Dies geschah, bevor die R18+-Einstufung eingeführt wurde, die jetzt stark ausgeprägte Gewalt erlaubt. Das Spiel wurde schließlich in Australien mit angepassten Kamerawinkeln für die problematische Szene veröffentlicht und erhielt eine MA15+-Einstufung.

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Was wir wissen, ist, dass die RC-Einstufung für Silent Hill f von einem Online-Tool der International Age Rating Coalition (IARC) vergeben wurde, einem System, das für mobile und digital vertriebene Spiele geschaffen wurde. Über dieses Tool füllen Entwickler einen Fragebogen zum Inhalt ihres Spiels aus, und das IARC-System weist automatisch eine Alterseinstufung basierend auf den Standards jedes teilnehmenden Landes zu. Für Australien wird die automatisierte Entscheidung dann direkt in der National Classification Database veröffentlicht.

In Australien ist das Tool auf digital vertriebene Spiele beschränkt. Es wurde 2014 eingeführt, weil das Australian Classification Board damals zwar etwa 755 Spiele pro Jahr bearbeitete, aber allein im iOS App Store jährlich über 40.000 Spiele veröffentlicht wurden. Es gab mehrere Fälle, in denen automatisierte IARC-Einstufungen strenger waren als von Menschen vergebene Einstufungen des Classification Board. So wurden beispielsweise 2019 Spiele wie Kingdom Come: Deliverance und We Happy Few fälschlicherweise als in Australien verboten gemeldet, was nicht der Fall war.

Die Nutzung des IARC-Tools ist kostenlos, was besonders für kleine Verlage und Independent-Entwickler hilfreich ist. Es ist wichtig zu beachten, dass physische Veröffentlichungen nach wie vor eine Einstufung durch das Classification Board selbst erfordern. Wenn Silent Hill f also eine physische Veröffentlichung in Australien plant, wäre eine Vorlage beim Board in jedem Fall obligatorisch gewesen. Das Classification Board behält sich außerdem das Recht vor, jede von der IARC vergebene Einstufung zu überschreiben, wenn es mit dem Ergebnis nicht einverstanden ist.

In Australien können Spieleverlage akkreditierte Klassifizierer oder autorisierte Gutachter beauftragen. Akkreditierte Klassifizierer sind interne Mitarbeiter, die vom Classification Board geschult wurden und offizielle Klassifizierungsentscheidungen treffen können. Autorisierte Gutachter durchlaufen eine ähnliche Schulung, ihre Rolle beschränkt sich jedoch darauf, Empfehlungen an das Australian Classification Board abzugeben, das dann die endgültige Entscheidung trifft.

In diesem Stadium ist es zu früh, um zu sagen, ob die RC-Einstufung für Silent Hill f nach einer weiteren Überprüfung bestehen bleibt. Dennoch ist es der erste Silent-Hill-Titel, der in Japan eine Zertifizierung ab 18 Jahren erhalten hat.

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